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Luzern

Gründung 12. Februar 1946
Präsident Ludwig Peyer
Website www.luzerner-korporationen.ch

Verband der Korporationsgemeinden des Kantons Luzern

Der Verband der Korporationsgemeinden des Kantons Luzern besteht aus den 81 luzernischen Korporationen und wurde vor bald 70 Jahren gegründet. Zweck des Verbandes ist die Erhaltung und Stärkung der Korporationsgemeinden sowie die Wahrung der sie berührenden Interessen in der Öffentlichkeit.
Die Wurzeln der Korporationen reichen weit in das Mittelalter zurück. Man darf sie gut und gern als Vorgänger unserer heutigen Gemeinden bezeichnen. So sind die Aufgaben der einzelnen Korporationen sehr unterschiedlich und geben teilweise sogar Einblick in geschichtlich gewachsene Strukturen. Als öffentlich-rechtliche Körperschaften leisten die Korporationen viel für waldwirtschaftliche, naturschützerische und kulturelle Belange sowie teilweise in der Führung von öffentlichen Wasserversorgungen. Grosszügige Vergabungen und Beiträge für kulturelle und öffentliche Zwecke beweisen ihre Einstellung zu den geistigen Werten.
Gegründet wurde der Verband vor allem, um in forstlichen Aufgaben zusammenzuarbeiten und um engere Verbindungen mit den Verwaltungen zu pflegen. Dabei sollten Korporationen in Fragen betreffend Nutzungsrechte, Steuer- und Rechnungswesen kompetent beraten und unterstützt werden. Zudem sollten zukünftig gemeinsame Stellungnahmen zu Verfassungs- und Gesetzesvorlagen erarbeitet werden können.
Die rechtliche Stellung der Korporationsgemeinden ist bereits in der Staatsverfassung des Kantons Luzern vom Jahre 1875 verankert worden. Im § 93 Absatz 1 hiess es damals: „Wo in einer Gemeinde Korporationsgut vorhanden ist, bilden die Anteilhaber an demselben eine Korporationsgemeinde.“ Daraus folgt: Träger der Rechte am Korporationsgut sind nicht die einzelnen Anteilhaber selbst, sondern eine aus ihnen bestehende Körperschaft, und diese ist als Gemeinde organisiert. Somit bestanden neben den Einwohner-, Bürger- und Kirchgemeinden eine weitere Gemeindeart: Die Korporationsgemeinde. Es gibt Einwohnergemeinden, die keine Korporation mehr besitzen und solche, die mehrere aufweisen.
Im Verlaufe der 1990er Jahre und zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist Bewegung in die Gemeindelandschaft des Kantons Luzern gekommen. Im Verlaufe der Zeit wurden die Bürgergemeinden den Einwohnergemeinden einverleibt und einzelne Einwohnergemeinden haben fusioniert. In der neuen Luzerner Staatsverfassung vom 1. Januar 2008 sind nur noch die Einwohnergemeinden als Gemeinden vorgesehen. Die Kirchgemeinden werden nach dem Kirchgemeindegesetz geregelt.

Kapellbrücke Luzern
1 / 1 Kapellbrücke Luzern
von 최광모 (Eigenes Werk) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

Lange vor der Einführung der neuen Luzerner Staatsverfassung hat der Verband der Korporationsgemeinden des Kantons Luzern intensive Vorbereitungen getroffen, damit die Korporationen auch in der neuen Verfassung erhalten bleiben. Dieses Ziel wurde mit grossem Erfolg erreicht. Unter dem Titel „VI Gemeinden“ werden die Korporationen in § 75 wie folgt bestätigt und gesichert: Korporationen sind öffentlich-rechtliche Körperschaften nach kantonalem Recht. Das Gesetz regelt das Nähere.
Dieses Gesetz über die Korporationen wurde unter Mithilfe des Korporationenverbandes in der Folge erarbeitet und vom Kantonsrat Anfangs 2014 einstimmig genehmigt. Es ist seit dem 01. Juli 2014 in Kraft. Damit haben die Korporationen im Kanton Luzern erstmals ein eigenes speziell auf sie zugeschnittenes Gesetz analog dem Gesetz für die Gemeinden. Der wichtigste Punkt darin ist sicher, dass die Korporationen weiterhin als öffentlich-rechtliche Körperschaft gelten und den Gemeindestatus behalten.
Damit stehen die Korporationen jedoch auch in der Pflicht und müssen Eigenverantwortung übernehmen für ihre Reglemente und für die Führung ihrer Gemeinwesen. Um dies zu gewährleisten, muss jede Korporation spätestens auf den 1. Januar 2016 ein Korporationsreglement erlassen oder ihr bestehendes Reglement den neuen Gesetzesbestimmungen anpassen.
Der Verband stellt den Korporationen dazu Musterreglemente (sowohl für Personal- als auch für Realkorporationen*) zu Verfügung, welche von einer Projektgruppe zusammen mit einer juristischen Fachperson und Fachleuten des Kantons erarbeitet worden sind.

Personalkorporationen
Bei dieser beruht die Mitgliedschaft, also das Korporationsbürgerrecht, allein auf der Person des Bürgers. Das heisst: Der Korporationsbürger muss Ortsbürger, jedoch nicht Eigentümer eines bestimmten Grundstückes sein. Erworben wird das Korporationsbürgerrecht auf Grund der zivilrechtlichen Standesfolge (Abstammung, Adoption, Heirat) oder durch Einbürgerung (Einkauf), und es geht verloren mit dem Verlust des Gemeindebürgerrechts.
Das Stimmrecht steht jedem Korporationsbürger zu, der in der betreffenden Einwohnergemeinde stimmberechtigt ist. Die Korporationsgemeinde kann das Stimmrechtsalter auf das vollendete 18. Altersjahr herabsetzen

Realkorporationen
Bei dieser ist das Korporationsbürgerrecht mit dem Eigentum an einem berechtigten Grundstück verbunden. Korporationsbürger sind also die Inhaber von Realrechten bzw. die jeweiligen Eigentümer der berechtigten Grundstücke. Das Korporationsbürgerrecht wird erworben durch den Erwerb eines berechtigten Grundstücks.
Umgekehrt hat der Verlust des Eigentums am berechtigten Grundstück den Verlust des Korporationsbürgerrechtes zur Folge. Korporationsbürger können sowohl natürliche als auch juristische Personen und Personengesellschaften werden.
In der Realkorporation besitzt jeder Korporationsbürger auch das Stimmrecht. Korporationsbürger, die nicht stimmfähig sein (Unmündige, Entmündigte, Ausländer; juristische Personen, Personengesellschaften) können jedoch ihr Stimmrecht nur durch einen Stellvertreter ausüben. Das Stimmrechtsgesetz ordnet die Ausübung des Stimmrechts in der Realkorporation.