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Bern

Gründung 02. Oktober 1947
Präsidentin Therese Rufer-Wüthrich
Website www.vbbg.ch

Verband bernischer Burgergemeinden und burgerlicher Korporationen

Kurzer geschichtlicher Rückblick
Am 2. Oktober 1947 fand im Burgerratssaal des heutigen Kultur Casino Bern die Gründungsversammlung des VBBG statt.

Laut Angaben des Gründungsprotokolls sollen sich ungefähr 220 Delegierte von 105 bernischen Burgergemeinden und burgerlichen Korporationen zu diesem geschichtsträchtigen Anlass in Bern versammelt haben.

Der Gedanke eines Zusammenschlusses von bernischen Burgergemeinden und burgerlichen Korporationen war zu diesem Zeitpunkt nicht neu.
Bereits in früheren Jahren sollen sich Vertreter aus burgerlichen Kreisen des Kantons Bern ebenso versammelt haben, um über neue Gesetzesvorlagen zu diskutieren. Die Absicht, einen Verband zu gründen, bestand jedoch nicht.

Der Zusammenschluss vieler burgerlicher Körperschaften entsprach nicht nur einem Bedürfnis, dem Burgerwesen eine starke Stimme zu geben, sondern dem Willen, die bisher eher losen Zusammenkünfte durch regelmässige gemeinsame Tagungen und einem gegenseitigen Gedankenaustausch zu stärken.

Aber auch die Kontaktpflege gegen innen und aussen sollte zu einem starken und festen Verbund führen. Diese Devise hat auch heute noch ihre Gültigkeit.

Unser Verband zählt heute 253 Mitglieder. Davon sind 27 in der Association de Bourgeoisies du Jura Bernois zusammengeschlossen und gehören als Dachverband dem VBBG an.

Im Kanton Bern existieren rund 190 Burgergemeinden und ungefähr 90 burgerliche Korporationen, Zünfte und Gesellschaften, welche die von der Gesetzgebung für öffentlich-rechtlich Körperschaften vorgeschriebenen Aufgaben und Pflichten wahrnehmen.

Wie ist unser Verband organisiert und welche Aufgaben und Pflichten nimmt er wahr?
Wie jede juristische Person verfügt auch der VBBG über Statuten, die im Jahr 1996 total revidiert wurden.

Zu unsern Verbandsaufgaben gehören:

  • Wahrung der Interessen der Burgergemeinden und Mitgestaltung der politischen Prozesse in Sachfragen, welche die Burgergemeinden direkt betreffen
  • Beratung der Mitglieder in administrativen, wirtschaftlichen und rechtlichen
    Angelegenheiten
  • Organisation von Tagungen, Kursen und andern Veranstaltungen
  • Öffentlichkeitsarbeit z.B. mittels Herausgabe des Info-Bulletins mit Jahresrückblick und Publikation von wichtigen Gesetzesänderungen, Vernehmlassungen und andern Aktualitäten
  • Aktuelle Informationen via Homepage des VBBG und an Informationsveranstaltungen
  • Organisation der jährlich stattfindenden Haupt- und Regionalversammlungen
  • Mitgliedschaft und Vorstandstätigkeit beim Schweizerischen Verband der Bürgergemeinden und Korporationen (SVBK)

Wichtig für uns sind ebenfalls der Kontakt und die Zusammenarbeit mit andern kantonalen Verbänden, der Regierung, dem Kantonsparlament sowie unsern Partnern in den Verwaltungs-Abteilungen des Kantons.
Der 16-köpfige Verbands-Vorstand trifft sich in der Regel zu 5 bis 6 Vorstandssitzungen pro Jahr. Je nach Wichtigkeit der Geschäfte werden Arbeitsgruppen gebildet, die intensive und gute Vorarbeiten leisten und Projekte vorplanen.
Der Vorstand mag im ersten Augenblick als ein grosses Gebilde beurteilt werden. Aber uns ist es wichtig, dass Vertreter von ländlichen und städtischen Regionen im Vorstand Einsitz nehmen können. Dies erleichtert uns auch die Zusammenarbeit und Information in den Regionen.
Die Burgergemeinde Bern ist jeweils mit dem amtierenden Burgergemeindepräsidenten und einem weiteren Exekutiv-Mitglied aus einer Gesellschaft oder Zunft in diesem Gremium fest vertreten.
Als Glücksfall darf bezeichnet werden, dass die Geschäftsstelle des VBBG seit Jahren innerhalb der Burgerkanzlei Bern integriert ist und von dort aus betreut wird. Das erleichtert unserem Vorstand die Arbeit und wir können gut vernetzt und mit der Geschäftsführerin gleichwohl eigenständig arbeiten.

Ein wichtiger Partner ist für uns auch der SVBK sowie die dazu gehörenden Kantonalverbände, mit denen wir gerne zusammen arbeiten und unsere Freundschaft pflegen.

HV VBBG am 9. Mai 2015
1 / 1 HV VBBG am 9. Mai 2015

Was sind unsere aktuellen Tätigkeiten und Projekte, mit welchen wir uns in nächster Zeit zu befassen haben?
Die Aufgaben und Pflichten von Burgergemeinden und burgerlichen Korporationen sind in unserem Kanton sehr vielfältig, interessant und umfangreich.
Je nach Lage – Stadt- oder Landgemeinden – können sie dementsprechend unterschiedlich sein. Unsere Verbands-Aufgabe besteht darin, in diesem Umfeld die vielen Interessen zu vertreten und gleichzeitig die Zusammenarbeit und Solidarität zu fördern.
Mit der öffentlichen Kritik, das Burgerwesen sei doch ein „alter Zopf“ und seine Organisationen seien nicht mehr zeitgerecht, werden wir regelmässig konfrontiert. Hier gilt es, mit gezielter Information und gutem Beispiel aufzuzeigen, wer wir sind und was wir auch alles für die Allgemeinheit tun.
Seit Anfang 2000 befasst sich unser Verband mit dem schweizerischen Personenstandsregister für das Zivilstandswesen "Infostar“.

Erfolg hatten wir bei den Vorarbeiten und Mitwirkung der Revision des ZGB im Bereich Kindes- und Erwachsenenschutz-Behörde. Wir konnten die kantonalen Behörden von einem eigenständigen „Burgermodell“ für die 6 Burgergemeinden, Gesellschaften und Zünfte, die schon bisher für die Vormundschaft und das Sozialwesen ihrer Angehörigen zuständig waren, überzeugen.
Unser Verband befasst sich auch mit der Zeiterscheinung der Gemeinde-Fusionen oder der Auflösung von Kleinstkörperschaften und bietet hier gerne entsprechende Beratung an.
Ebenso wird uns die Umsetzung von HRM2 (Harmonisiertes Rechnungsmodell), die kantonale Verordnung über die Archivierung sowie die Umsetzung der Sach- und Richtpläne auch weiterhin beschäftigen.
Von grossem Interesse war für uns auch die Revision der kantonalen Waldgesetzgebung. Wir sind froh, dass uns burgerliche Forstfachleute beratend zur Seite stehen.

Der Wald als zentrales Identifikationsmerkmal der Burgergemeinden wird uns auch künftig beschäftigen. Mit dem Projekt „Nachhaltige Waldwirtschaft BE,“ welches wir an den Regionalkonferenzen 2015 vorgestellt haben, möchten wir unseren Mitgliedern konkrete Hilfestellungen anbieten.

Gerne steht unser Verband auch den Mitgliedern für Referate und Tagungen zur Verfügung oder wir nehmen an Einführungskursen von Regierungsstatthalterämtern für neue burgerliche Behördenmitglieder teil.

Schlussbemerkung
Die vielseitigen Tätigkeiten unseres Verbands sind in den letzten Jahren intensiver und zeitaufwändiger geworden für Vorstand und Geschäftsstelle.
Es wird aber regelmässig bestätigt, dass die Existenz und die Arbeit des VBBG als wichtig erachtet wird, was uns in unserem weiteren Tun bestärkt.