Basel-Landschaft

Gründung 11. Dezember 1954
Präsident Georges Thüring
Website www.bürgergemeinden-baselland.ch

Verband Basellandschaftlicher Bürgergemeinden

Der Verband Basellandschaftlicher Bürgergemeinden (VBLBG) besteht aktuell aus 68 Bürgergemeinden, 2 Burgergemeinden, 4 Burgerkorporationen und 1 Vorstadt-burgergemeinde - also aus insgesamt 75 Kollektivmitgliedern. Oberstes Organ des Kantonalverbandes ist die alljährlich stattfindende Delegiertenversammlung. Jedes Kollektivmitglied hat Anspruch auf zwei Delegierte. Die Verbandsleitung besteht aus dem Präsidenten, aus maximal zwei Mitgliedern pro Kantonsbezirk – der Kanton Basel-Landschaft teilt sich in fünf Bezirke auf – und einem Geschäftsführer. Seit 2013 wird der VBLBG von Landrat Georges Thüring, Grellingen präsidiert.

Gründung nach dem Zweiten Weltkrieg

Auf Anregung der Bürgergemeinde Münchenstein wurde der Verband Baselland-schaftlicher Bürgergemeinden im Jahr 1954 ins Leben gerufen. Anstoss zum Zusammenschluss gaben der schwindende Bevölkerungsanteil der Ortsbürger, die zunehmende finanzielle Belastung und die Sorge um die weitere Existenzberechti-gung der Bürgergemeinden. Der Gründungsbeschluss lautete:
«Die heute am 11. Dezember 1954 im Ziegelhof in Liestal tagenden und von 42 Vertretern aus 25 Gemeinden des Kantons beschickte Versammlung beschliesst einstimmig die Gründung eines Kantonalverbandes Basellandschaftlicher Bürgergemeinden zur Wahrung, Pflege und Förderung der ortsbürgerlichen Bestrebungen in den 74 Gemeinden des Kantons Basel-Landschaft».
Erster Präsident des Verbandes wurde Ernst Huggel-Breguet aus Münchenstein. Erster Geschäftsführer war Charles Zeller aus Liestal. Dank unermüdlicher Werbung und Überzeugungsarbeit gelang es nach und nach, die meisten Baselbieter Bürgergemeinden für einen Beitritt zu gewinnen.
In den Anfangsjahren beschäftigten den Verband verschiedene gewichte Geschäfte wie zum Beispiel die Revision des Gemeindegesetzes, das Bürgerrechtsgesetz, die Einführung des Wohnortsprinzips und der Finanzausgleich zwischen den Bürgergemeinden im Rahmen des Armengesetzes. Im Besonderen wollte der Verband der zunehmenden Abwanderung in den Landgemeinden entgegen wirken. In den Gründungsjahren schrieb man sich aber auch die Geistige Abwehr gegen die Verstädterung oder die Werbung für die Verbundenheit mit dem heimatlichen Boden bei der Baselbieter Jugend auf die Verbandsfahne.

Heutige Bedeutung der Bürgergemeinden
Im Artikel 136 des geltenden Gemeindegesetzes werden die Aufgaben und damit auch die Bedeutung der Bürgergemeinde klar umschrieben:

  1. Sie erteilt das Gemeindebürgerrecht.
  2. Sie fördert die Heimatverbundenheit und unterstützt kulturelle Bestrebungen.
  3. Sie bewirtschaftet ihren Wald nach fachmännischen Grundsätzen.
  4. Sie hält ihren Grundbesitz gegen angemessene Entschädigung für öffentliche Zwecke zur Verfügung.

Die Einbürgerung ist zweifellos die wichtigste und vornehmste Aufgabe einer Bürgergemeinde. Das Gemeindebürgerrecht ist die wichtigste Stufe der Bürgerschaft. Sie schafft erst die Voraussetzung für das kantonale und das schweizerische Bürgerrecht. Der VBLBG sieht es deshalb als eine seiner Hauptaufgaben, zum Einbürgerungswesen Sorge zu tragen. Die Bürgergemeinden dürfen sich ihre zentrale Rolle in diesem Bereich nicht nehmen lassen. Der Verband wird sich deshalb energisch gegen jede Aufweichung der bisherigen Bürgerrechts-Gesetzgebung wehren. Im Besonderen wird er sich vehement dagegen wehren, die Einbürgerungskompetenz den Bürgergemeinden zu entziehen. Das Bürgerrecht und das Einbürgerungswesen sind zentral für die Bedeutung der Bürgergemeinden.

Jubiläumsfeier, 7. November 2014
1 / 1 Jubiläumsfeier, 7. November 2014

Wald, Kultur und Soziales

Die Baselbieter Bürgergemeinden nehmen aber auch in anderen Bereichen eine zum Teil sehr bedeutungsvolle Rolle wahr. Hier stehen drei im Vordergrund: Wald, Kultur und Soziales. Die grösste und vielfältigste Aufgabe nehmen die Bürgergemeinden wohl in ihrer Rolle als Wald- und Allmendbesitzer wahr. Der Baselbieter Wald gehört zu 72 Prozent den Bürgergemeinden. Die Bewirtschaftung der Wälder und die Pflege der Landschaft sowie die laufenden Investitionen in Aufforstungen sind somit von grundlegender Bedeutung. Es werden hier im Interesse der Gemeinschaft grosse Leistungen erbracht, die beispielsweise dem Naturschutz oder dem Tourismus zu Gute kommen.

Mit der Durchführung des Banntages – des traditionellen Abschreitens der Gemeindegrenzen am Auffahrtstag – erfüllen viele Bürgergemeinden sowohl eine kulturelle als auch eine wichtige heimatverbundene Aufgabe. In nicht wenigen Gemeinden zeichnen sie auch verantwortlich für die 1. August-Feier und andere kulturelle Anlässe oder sind Betreiber von Dorfmuseen. Die Bürgergemeinden sind Träger der Baselbieter Kultur und einer eigenständigen kantonalen Identität.
Doch auch im sozialen Bereich nehmen sie nach wie vor eine nicht zu unterschätzende Rolle wahr. So betreiben sie zum Beispiel Altersheime oder unterstützen Kinderkrippen und andere soziale Einrichtungen.

Die Tätigkeit oder die vielfältigen Leistungen der Baselbieter Bürgergemeinden sind nicht Selbstzweck. Nein, sie alle dienen der Allgemeinheit und stehen im öffentlichen Interesse. Kurzum: Die Bürgergemeinden haben auch in Zukunft eine grosse Bedeutung.

Der Verband Basellandschaftlicher Bürgergemeinden unterstützt seine Mitglieder bei der Wahrnehmung ihrer wichtigen Aufgaben. Im Besonderen vertritt er ihre Interessen gegenüber dem Kanton und der Öffentlichkeit. Im Weiteren will er seinen Mitgliedern auch eine Plattform für den Meinungs- und Erfahrungsaustausch bieten. Schliesslich setzt er sich mit Nachdruck für den Erfolg und vor allem für den Erhalt selbständiger Bürgergemeinden im Kanton Basel-Landschaft ein.