Generalversammlung 2004 in Locarno |
|
INHALTSVERZEICHNIS |
|
| Programm
|
Grussadresse des Präsidenten |
| Bilder | |
|
|
|
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
||
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
||
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
||
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
||
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
||
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
||
Meine
Damen und Herren Landauf
landab wird – mit unterschiedlichem Erfolg - versucht, mit rigorosen
Sparübungen die öffentlichen Haushalte ins Lot zu bringen. Allerdings
wird dabei - aus meiner Sicht - manchmal zu wenig beachtet, dass, wenn bei
an sich unaufschiebbaren Investitionen kurzerhand lineare Abstriche
gemacht werden, solche Ausgaben nicht
vermieden sondern bloß aufgeschoben werden. Anderseits werden zu oft die
Folgekosten - nicht nur aus Investitionsvorhaben - zu wenig bedacht.
Bedauerlicherweise kommt es auch zuweilen vor, dass Sparen zum Selbstzweck
mutiert und „man“ das eigentliche Sparziel aus den Augen verloren hat.
(Auch im privaten Bereich sparen wir schließlich, damit wir uns aus dem
Ersparten etwas leisten oder zumindest Schulden abtragen können, und
nicht einfach, damit gespart ist.) Ein solches Sparziel ist sicher, dass
die heutige Generation nicht Ausgaben zulasten künftiger Generationen
beschließen darf. Ein vernünftiges Sparziel kann indessen nicht erreicht
werden, wenn man den Rotstift unbedacht, insbesondere auf sozialem oder
kulturellem Gebiet, ansetzt. Was ebenfalls nicht angeht, ist,
Verpflichtungen still und heimlich auf andere Ebenen zu delegieren, wie
das in letzter Zeit der Bund immer wieder zulasten der Kantone und - noch
lieber zulasten der Kommunen - zu tun versucht. Als Lokalpolitiker, als
Lokalpolitikerin muss man hier besonders auf der Hut sein. Anderseits
wird in solchen Diskussionen fast immer übersehen, wie viel bereits heute
schon ohne grosses Aufheben eingespart wird, durch Freiwilligenarbeit nämlich.
Die äusserst kostengünstigen Strukturen der Bürgergemeinden und
Korporationen sind dafür ein in der Öffentlichkeit viel zu wenig
bekanntes Beispiel. Wer sich bewusst macht, was ein Mitglied eines Bürgerrates
oder einer burgerlichen Kommission tagtäglich im öffentlichen Interesse
leistet, statt seinem Beruf nachzugehen oder gar dem schnöden Mammon
nachzujagen oder auch, anstatt die wohlverdiente Freizeit zu genießen,
und wer dagegen sieht, wie diese oft aufopfernde Mühewaltung in der Regel
entschädigt ist, wird mir zustimmen, dass mit den dafür üblichen,
bescheidenen Entschädigungen nicht einmal der im Wort steckende
„Schaden“ abgegolten wird. Sofort
wird bei einer solchen Argumentation allerdings ins Feld geführt, es
handle sich ja um ein „Ehrenamt“. Das stimmt natürlich; aber auch
politische Arbeit hat ihren Marktwert und sie müsste korrekterweise einen
ebenso angemessenen Preis haben. Die ausgerichteten Gelder als Honorare,
abgeleitet aus der lateinischen Vokabel „honor“ für „Ehre“, zu
bezeichnen, klingt beinahe zynisch. Dasselbe gilt natürlich für den
oftmals schier unermüdlichen Einsatz im Vorstand eines Kantonalverbandes
oder – das darf auch einmal gesagt sein – im Dachverband der
schweizerischen Bürgergemeinden und Korporationen. Gewiss, alle machen
diese Arbeit an sich gerne, und das Gelingen dieses Tuns ist der wohl schönste
Lohn. Selbstverständlich ist das so. Aber, es wäre schon sehr
erfreulich, wenn auch außerhalb der kommunalen Gremien einmal zur
Kenntnis genommen würde, was hier alles zum Wohle der Allgemeinheit
beinahe zum Nulltarif geleistet wird Verstehen
sie mich nicht falsch: ich jammere hier nicht über eine ungenügende
Abgeltung für qualifiziertes Wirken. Mir geht es vielmehr darum, einmal
unter dem Aspekt der Kostenklarheit darauf hinzuweisen, dass mit den Bürgergemeinden
und Korporationen nicht nur fachkundige sowie engagierte sondern eben auch
kostengünstige Fachleute am Werk sind. Immerhin,
meine Damen und Herren Delegierte: wenn Sie heute, teilweise zusammen mit
Ihren politischen Mitstreiterinnen und Mitstreitern, teilweise begleitet
von Ihren Partnerinnen und Partnern, welche ohnehin immer wieder wegen
Ihrer Aktivitäten in den Bürgergemeinden und Korporationen hintanstehen
müssen, in die Sonnenstube der Schweiz gereist sind, um zwei vorwiegend
genussreiche Tage in frohem Kreis zu verbringen, so soll dieser Aufenthalt
auch ein klein wenig entschädigen für all Ihren Einsatz zum Wohle Ihrer
Bürgergemeinde, Ihrer Korporation oder Ihres Verbands und damit zum
Gedeihen unserer aus vielgestaltigen kommunalen Zellen zusammengesetzten
Schweiz. Nehmen Sie diesen Dank für Ihr uneigennütziges Wirken für die
Öffentlichkeit an und genießen Sie darum „ohne schlechtes Gewissen“
unser Treffen im Tessin. Dr. Rudolf Grüninger, Basel |
|||||
|
|
|||||